Wohnen im Studium

Immatrikuliert! Und dann? Für Studierende beginnt mit der Einschreibung an Universität oder Hochschule ein neuer Lebensabschnitt, der für viele auch mit dem Abschied aus dem „Hotel Mama“ verbunden ist. Insbesondere wenn der Studienort nicht in der Heimatregion liegt, ist ein Umzug unumgänglich. Aber wie können Studierende bezahlbaren Wohnraum für ihre meist eher spärlichen Budgets finden? Welche Wohnkonzepte gibt es und wie findest du heraus, welches für dich das richtige ist?

Studierendenwohnheim, Wohngemeinschaft (WG) mit anderen Studierenden, zur Untermiete bei „älteren Herrschaften“ oder eine eigene Wohnung ganz für sich allein? Und falls du in Heimatnähe studierst, könntest du theoretisch auch erstmal zu Hause im vertrauten Umfeld wohnen bleiben und zur Uni oder Hochschule pendeln.

Du hast – zumindest auf dem Papier – erstmal die Wahl zwischen verschiedensten Wohnformen. Ob sie alle realisierbar sind, hängt von der Region und dem dortigen Angebot ab, in die es dich zieht, von deinen finanziellen Möglichkeiten und natürlich auch von deinen eigenen Vorstellungen und Wünschen. Alle Wohnformen bieten Vorteile und Risiken.

Pro und contra: Welche Wohnform passt zu mir?

Eine eigene Wohnung zum Beispiel bietet Freiräume und verspricht viel Ruhe, birgt aber auch die Gefahr, in einer fremden Stadt zu vereinsamen. Dazu sind Wohnungen – insbesondere in großen und begehrten Universitätsstädten – meist rar oder für Studierende oft unbezahlbar. Auch die Wartelisten für Plätze in Studentenwohnheimen sind oft lang. Wenn es dir gelingt, einen Platz zu bekommen, kannst du dort allerdings relativ einfach Kontakte schließen. Dazu gibt es in manchen Studierendenwohnheimen auch Freizeitmöglichkeiten wie kleine Fitnessstudios, gemeinsame Sportkurse, Spiel- oder Teeabende.

Ein Kompromiss zwischen eigener Bude und Studiwohnheim ist die Wohngemeinschaft. Die WG ist die Wohnform, für die sich rund 50 Prozent aller Studierenden in Deutschland entscheiden, wie eine Studie des Deutschen Studentenwerks gezeigt hat. Aber auch eine WG hat Vor- und Nachteile und ob du dich dort wohlfühlst, hängt sehr von deinen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern ab.

Eine gute Übersicht über Pro- und Contraargumente für die unterschiedlichen Wohnformen findest du bei der Bundesagentur für Arbeit.

Gerade in Großstädten und in gefragten Universitätsstädten solltest du aber zu Beginn deines Studiums flexibel sein, weil sich nicht jede gewünschte Wohnform auf Anhieb verwirklichen lässt. Wenn du erstmal vor Ort bist und eine Bleibe hast, fällt die Suche meist deutlich leichter.

Wie findest du an deinem Studienort ein neues Zuhause?

Je nach Wohnform gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, eine Unterkunft zu finden. Wichtig ist, dass du rechtzeitig mit der Suche beginnst. Zu Semesterbeginn ist die Nachfrage in Universitätsstädten am größten. Mehr Angebote gibt es oft zum Ende eines Semesters, weil Studierende ihr Studium woanders fortsetzen, ein Auslandssemester einlegen, sie mit dem Abschluss ihres Studiums in andere Städte ziehen oder die Wohnform wechseln.

Studierendenwohnheim

Um in einem Studierendenwohnheim unterzukommen, musst du dich an das Studentenwerk vor Ort wenden. Eine Übersicht über das jeweilige Angebot, Ansprechpartnerinnen und -partner und Informationen über das Bewerbungsverfahren findest du über die jeweilige Homepage des zuständigen Studentenwerks. Allgemeine Informationen zu Studierendenwohnheimen, zur Bewerbung, zum barrierefreien Wohnen im Studierendenwohnheim oder für internationale Studierende in Deutschland bietet auch das Deutsche Studentenwerk auf seinen Internetseiten.

WG-Zimmer

Über Facebook oder Internetplattformen wie WG-Gesucht.de kannst du nach einem WG-Zimmer suchen. Aber auch analoge Wege führen immer noch zum Erfolg. Über Schwarze Bretter an deiner Uni oder Hochschule findest du auch im digitalen Zeitalter immer noch Aushänge, in denen Wohngemeinschaften nach neuen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern suchen. Wenn du in einer WG unterkommen möchtest, musst du dich allerdings auf ein sogenanntes WG-Casting einstellen, bei dem auch du feststellen kannst, ob ihr zusammenpasst.  

Die eigene Wohnung

Über kommerzielle Plattformen zum Inserieren von Wohnungen oder über die Internetseiten der Wohnungsbaugesellschaften deines Hochschulorts kannst du nach einer Wohnung suchen. Dazu lohnt zuweilen auch ein Blick in den Immobilienanzeigenteil der lokalen Zeitungen. Zudem bieten auch viele Studierendenwerke Zimmervermittlungen mit Angeboten privater Vermieter. Auch die Schwarzen Bretter an Unis und Hochschulen können hilfreich sein. Manchmal finden sich auch dort Wohnungsangebote oder du machst dort selbst einen Aushang und suchst nach einer Wohnung.

Wohnen für Hilfe

Einige Studierendenwerke beteiligen sich am Projekt „Wohnen für Hilfe“. Das funktioniert so: ein Zimmer gegen Unterstützung im Haushalt. Das Projekt vermittelt Wohnpartnerschaften zwischen Studierenden und Senioren, Alleinerziehenden oder Menschen mit Behinderung, die im Haushalt oder Garten auf Hilfe angewiesen sind. Dabei unterstützt du deine Vermieterin und deinen Vermieter zum Beispiel beim Einkaufen und Kochen, begleitetest sie zu Ärzten, du beaufsichtigst die Kinder oder mähst den Rasen. Die Größe des Zimmers legt dabei in der Regel die Stunden fest, die du monatlich an Hilfe leisten musst. Dazu beteiligst du dich noch an Nebenkosten wie Wasser, Strom oder Gas. Erkundige dich bei deinem zuständigen Studentenwerk, ob es das Projekt auch in deiner Stadt gibt.

Wohngeld für Studierende?

Prinzipiell gilt: Studierende haben keinen Anspruch auf Wohngeld, wenn sie „dem Grunde nach“ Anspruch auf BAFöG haben – und zwar unabhängig davon, ob sie auch tatsächlich BAFöG beziehen (§ 20 WoGG). Das erklärt sich daraus, dass im BAFöG-Bedarf bereits ein Teil für die Wohnkosten vorgesehen ist.

Studierende können also nur Wohngeld beantragen, wenn sie keinen Anspruch auf BAFöG haben, zum Beispiel weil du die Altersgrenze von 30 Jahren überschritten hast oder weil du die Fachrichtung ohne wichtigen Grund gewechselt hast. Auch wenn du dein BAFöG als Volldarlehen beziehst, kannst du einen Antrag auf Wohngeld stellen. Weitere Infos findest du in unserem Artikel zu Wohngeld und Kindergeld.

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